Hilschbergfelsen, Saufelsen und Rappenköpfe – Sportwanderung auf dem Pfälzerwald-Pfad, Etappen 5 und 6

Auf dem höchsten Punkt der Wanderung, der Burg Gräfenstein.

In morgendlicher Frische nahmen zwölf motivierte Pfälzerwäldler am Samstag, den 25. April 2026, vom Bahnhof Rodalben aus den Anstieg zum Hilschberghaus in Angriff. Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Mitwanderers legten wir dort erstmal eine Kaffeepause ein. Solchermaßen gestärkt und sich aufgrund der aufkommenden Wärme der äußersten Schale entledigt, ging es gleich spektakulär auf den Felsenwanderweg, vorbei an den Hilschbergfelsen, dem Saufelsen und den Vorderen und Hinteren Rappenköpfen entlang.

Vom Tal der Rodalbe aus passierten wir den Birkwieserhof und marschierten durch Merzalben. Nun erfolgte der Anstieg zur Burg Gräfenstein, auf der wir endlich unsere Rucksackverpflegung plündern sollten, da es auf der ganzen Etappe (angeblich) keine Einkehrmöglichkeit gab. Als wir dann unmittelbar vor dem Anstieg überraschenderweise doch auf die Pfälzerwald-Vereinshütte der Ortsgruppe Merzalben trafen, musste unser Wanderführer Andreas all seine Erfahrung und Moderationsgeschick zum Einsatz bringen, um einer aufkeimenden Meuterei die Grundlage zu entziehen. Wie sich herausstellte war das auch gut so, denn die Burg Gräfenstein hatte viel zu bieten. Ein Mitarbeiter des Landes für Kultur- und Denkmalpflege erahnte unseren Wissensdurst und hielt für uns einen launigen Vortrag über Entstehung und Kuriositäten der Burg, während wir uns über unsere Vorräte hermachten.

Das Wandern ist des Müllers Lust

Nach einem Faktencheck und eingehender Erkundung der Burg fiel es uns erstmal schwer, für die zweite (kürzere) Hälfe der Tour wieder in die Gänge zu kommen. Der weitere Verlauf über Winschertkopf und Mühlenberg zog sich. Als endlich der Abzweig nach Hofstätten auftauchte, der uns die letzten zwei Kilometer zu unserem Quartier führen sollte, stellen wir erfreut fest, dass es nur noch bergab ging.

Nach dem Zieleinlauf bei Müllers Lust wurde sofort der reservierte Tisch im herrlichen Biergarten geentert, unmittelbar gefolgt von einem Abgleich zwischen der Angaben von Komoot, Garmin, Fitnesstracker und Schrittzähler zu gemessenen Kilometern und Höhenmetern. Nachdem man sich auf 26,6 km geeinigt hatte, löste diese Erkenntnis eine sofortige Runde Ibuprofen aus, um den geschundenen Schultern, Rücken Lendenwirbeln, Knien, Waden und Füßen Linderung zu verschaffen. Folgerichtig wurde der anschließende Ausgleich des Flüssigkeitsspiegels vorerst eher mit nicht-alkoholischen Getränken wieder auf ausreichendes Niveau gebracht.

Am Luitpoldturm

Nach Bettenbelegung, Duschgenuss und Regeneration freuten wir uns auf ein Abendessen aus der vielversprechenden Speisekarte. Die hervorragende Küche von Müllers Lust machte Lust auf mehr und so genehmigte sich so mancher noch einen Nuss-Split mit Eierlikör oder Rhabarber-Baiser-Kuchen zum Nachtisch.

Nach üppigem Frühstück nahmen wir den Wiederanstieg zum Waldpfad in Angriff mit dem Ziel Luitpoldturm, dem mit 610 m höchsten Punkt unserer Tour. Der Weg führte ein Stück weit an alten nummerierten Gemarkungssteinen entlang, die über eine lange Strecke die Grenze der Gemarkung Merzalben zu historischen Forstrevieren markierten. Wer die 184 Stufen auf den 30 Meter hohen Turm erklomm, wurde mit einer phänomenalen Rundumsicht belohn. Man konnte sogar bis zum Schwarzwald sehen.

Danach ging es bei sommerlichen Temperaturen über Hermersbergerhof weiter durch frühlingshafte, in hellem grün leuchtende Wälder, bis wir eine einladende Stelle für eine Rast fanden. Gemäß dem Motto Yoga statt Ibu, boten uns Isabell und Christine eine Runde Dehnübungen an, was dankbar angenommen wurde. Schließlich steckte uns noch der Vortag in den Knochen.

Standortbestimmung auf der Ruine Falkenburg

Unser letztes Highlight war die Ruine Falkenburg. Den Anstieg zur Ruine gönnten sich allerdings nicht mehr alle und bewachten stattdessen unserer Rucksäcke, sodass wir unbeschwert die eindrucksvolle Ruine stürmen und erkunden konnten.

Standortbestimmung auf der Ruine Falkenburg

Hungrig und erschöpft erreichten wir am Nachmittag Hauenstein und freuten uns auf die Schlusseinkehr in der Gaststätte zur Lore. Bei der Verabschiedung dieser gelungenen Tour versprachen alle, die Etappen 7 und 8 Ende Juni unbedingt auch gehen zu wollen.