Sportliche Radwanderung: Blies-Glan-Nahe-Rhein


Los ging es am 8. Juni 2026 um 9 Uhr bei trockenem Wetter und 22° an der Stadthalle in Speyer. Laune prima. Gemütliches Radeln nach Neustadt/Weinstr. zum Bahnhof. Durch gute Organisation unserer Radführung (Helmut Back und Andreas Steffen), die uns in Gruppen einteilen, gelangen alle 13 Radler mit dem Fahrrad ohne Probleme in den Regionalexpress ohne Umstieg nach Saarbrücken. Saar, Blies, Glan,
Nahe und Rhein lagen vor uns – von Homburg bis Bingen. Dort folgen wir dem Rhein flussaufwärts und radelten über Mainz und mit einer Übernachtung in Nierstein zurück nach Speyer.

Ankunft Saarbrücken. Eine kurze Stadtrundfahrt mit schönen Ausblicken auf die Saar und die Stadt erfordert eine Kaffeerast im Biergarten des Schlosscafés. Danach einchecken im Hotel Leidinger. Mit unserem sehr kompetenten Stadtführer treffen wir uns am schönen Stenglbrunnen am St. Johanner Markt. Das ist heute eine schöne Fußgängerzone mit Kneipen und kleinen Läden. Früher führte eine belebte Straße hindurch und das Viertel war etwas verrufen.

Über die Fröschengasse geht es mit vielen Erklärungen hoch zum Saarbrücker Schloss, das im Laufe der Zeit vielfältige Umbauten erlebte. Zum Haupteingang führt eine Besonderheit. Ein gepflasterter, langer Weg, an dessen Seite ein Straßenschild verkündet, „Platz des unsichtbaren Mahnmals“. Dies war eine Aktion des Künstlers Jochen Gerz, der 1990-1993, nachdem sich die Stadt lange nicht für eine Form des Mahnmals zur Erinnerung an jüdische Friedhöfe entscheiden konnte, die Sache in die Hand nahm. Er entnahm zunächst in einer nächtlichen Aktion schon gelegte Pflastersteine und meißelte auf die Unterseite jeweils den Namen des Ortes einer jüdischen Begräbnisstätte mit Datum. Danach wurde der der Stein wieder eingesetzt. Diese Aktion wurde letztendlich vom Stadtverbandstag Saarbrücken aufgenommen und somit wurden insgesamt 2146 Ortsnamen, die bis 1933 bestanden hatten, in die Pflastersteine des Mittelstreifens eingefräst und im Boden versenkt.

Nach so viel Geschichte führt uns der Hunger zum „Stiefel“, dem ältesten Brauhaus Saarbrückens. In uriger Atmosphäre genießen wir Saarländer Leckereien z.B.: „Saarländische Gefilde“ mit einem guten  Hausgebrautem Bier. Auf der Suche nach einem Absacker treffen wir auf Musiker, die uns eine Szenenkneipe, „Stube 8“ empfehlen, wo wir auf den ersten, gelungenen Tag anstoßen.

Im „Stiefel“, dem ältesten Brauhaus Saarbrückens.
Deftiges Essen.

9. Juni 2026
Abfahrt 9.00 Uhr in Saarbrücken Richtung Homburg Wetter: kühl, max.18 Grad

Wir haben zwei Geburtstagskinder: Brigitte und Klaus. Mit einem „Happy Birthday“-Ständchen und herzlichen Umarmungen, starten wir in den Tag und fahren durch fast unberührte Natur entlang der Blies. Ein kleiner Abstecher über Frankreich ( Sarrguemines) führt natürlich zu  einem französischen Café, denn es lockten die Eclaires (Hmmm) und andere französische Leckereien.

Éclaires und andere Leckereien…

Weiter geht es vorbei durch ländliches Gebiet mit kleinen Dörfern und viel Natur. Zur Mittagszeit gibt es eine Stärkung beim Italiener in Breitfurt, einem Stadtteil von Blieskastel. Direkt neben uns fahren Laster im Abstand von 5 Minuten vorbei und jeder fragt sich, wie das in dieser einsamen Gegend sein kann. Es steht dort die Bliesmühle, die schon seit dem 15.Jhd. existiert. Es ist ein großer Mühlenbetrieb, der fast alle Mehlsorten, auch in Bioqualität herstellt und deutschlandweit an Großbetriebe liefert.

In den Schlossberghöhlen in Homburg.

Gestärkt radeln wir geschwind nach Homburg. Wir sind für einen Führung durch die Schlossberghöhlen angemeldet, können gerade noch die Räder in der Hoteltiefgarage abstellen und schon geht es viele Treppen und Steigungen hinauf zu Europas größten Buntsandsteinhöhlen. Die Höhlen sind stimmungsvoll beleuchtet und wir bewundern, oben angekommen, die Farbenvielfalt des Sandsteins und erfahren manches über die Entstehung und Nutzung der Höhlen. Wieder in der Stadt geht’s zum Check-In im Hotel und später zum gemeinsamen Abendessen. Strecke ca.62 km

10. Juni 2026
Abfahrt Homburg –  Schloß Böckelheim. Wetter trüb, aber trocken, ca.18 Grad

Der Vormittag hat dann doch noch einen längeren Regenschauer für uns parat. Da hat sich das Mitnehmen der Regenkleidung wenigstens gelohnt. Dann taucht auf einmal „Katjas Kaffee“ am Wegesrand auf. Unsere Radführung, die ständig das Regenradar im Blick hat, weiß, dass wir hier eine Pause von ca. einer Stunde machen können, dann ist der Regen vorbei. War auch so.

Leckeren Wein gab’s auf dem Felsenberghof Schlossböckelheim.

Weiter fahren wir durch das schöne Meisenheim, verlassen die Blies und folgen dem Glan. Saftig grüne Landschaft begleitet uns. „Krönender Abschluss“ an diesem Tag war die Auffahrt zum Felsenberghof Schloßböckelheim. Die Steigung ist unglaublich. Fast alle müssen das Fahrrad schieben (trotz E-Bike!) Aber welche Aussicht. Mit einem zünftigen Essen und einer Weinprobe in Eigenregie sitzen wir noch gemütlich zusammen. Strecke: ca 90 km

11. Juni 2026
Abfahrt Felsenberghof – Nierstein. Wetter gut, mit Sonne und Wolken ca 22 Grad

Nach einer steilen Abfahrt mit schönen Ausblicken sind wir im Nahetal. Bei schönem Wetter geht es in der Ebene Jüber Bad Kreuznach nach Bingen und  wir radeln gemütlich an der Rheinpromenade entlang. Eine kurze Rast im schönen ehemaligen Zollhof und weiter geht es zu unserer Landeshauptstadt nach Mainz. Am Domplatz angekommen gibt es freie Zeit, die jeder nach Belieben nutzen kann.

Eines der kunstvollen Fenster im Mainzer Dom.
In der Nähe von Bingen am Rhein. Im Hintergrund der Mäuseturm.

Am späteren Nachmittag kommen wir in unserer Unterkunft in Nierstein an. Duschen, umziehen und frisch versammeln wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt zu unserem Ziel: Weinstube „Civitas“. Der Wetterbericht sagt für den kommenden Tag einiges an Regen voraus. Immer wieder wird das Regenradar für den nächsten Tag konsultiert und wir kommen zu dem Ergebnis, dass wir nicht wie angedacht von Nierstein bis Speyer radeln, da es am Morgen heftig regnen soll. Wir fahren mit dem Zug bis Worms, denn laut Radar soll es ab da nicht mehr regnen. Von da ab mit dem Fahrrad. Strecke: ca.90 km

Die Weinstube „Civitas“ in Nierstein.

12. Juni 2026
Abfahrt mit dem Zug nach Worms. Wetter wie vorhergesagt grau und regnerisch und kühl

In Worms angekommen regnet es tatsächlich nicht (unsere Radführer haben einen guten Draht zu Petrus) und wir machen eine kleine Rundtour durch die Stadt. Wer möchte, kann sich den Dom anschauen, ehe es weiter in Richtung Heimat ging. Eine kleine Rast gibt es noch im PWV-Heim in Oppau Edingen.

In den heimatlichen Gefilden angekommen kehren wir zum Abschluss in Altrip „Zur Altrheinklause“ ein. Gute Stimmung und ein großes Dankeschön an unsere Radwanderführer Andreas Steffen und Helmut Back runden unsere Reise ab. Jeder möchte nun schnell nach Hause, denn am Abend spielt Deutschland das erste Spiel in der Fußball WM gegen Curacao. Strecke 65 km

Es war eine tolle Tour mit vielen schönen Erlebnissen und Eindrücken. Vielen Dank für die Mühe an unsere Radwanderführer, die alles gut vorbereitet hatten. Immer wieder sehr gerne!